Zu Gast … in der Provence

Weite Felder mit Lavendel, darüber tiefblauer Himmel. Dieses Postkartenbild kommt einem sofort in den Sinn, wenn man an die Provence denkt. Die Lavendelblüte dauert jedoch – je nach Region – nur von Mitte Juni bis Mitte August. Der Landstrich in Frankreich ist aber auch kulinarisch ein echtes Paradies.

Der Südosten Frankreichs ist ein echter Urlaubstraum. Dort gibt es trubelige Häfen, bunte Märkte in malerischen Kleinstädten, wellige Weinberge, üppige Lavendelfelder und Olivenbäume. Der wunderschöne Landstrich liegt am Mittelmeer und grenzt im Westen an das Rhonetal, Italien im Osten und berührt im Norden die Alpenausläufer.

Zur Provence gehören nicht nur die Lavendelfelder, die ab Juni in Blüte stehen und einen betörenden Duft verbreiten und die tiefen Wälder der eher bevölkerungsarmen Haute-Provence oder die Kalksteinfelsen-Gebirgskette Luberon. Auch die ehemalige Papststadt Avignon, die Hafenstadt Marseille sowie die pulsierenden Mittelmeer-Orte der Côte d‘Azur wie Cannes, Antibes oder Nizza mit ihren einladenden weißen Badestränden sind Teil der Provence. Doch wer das wirkliche Herz der Provence sucht, der findet es in den kleinen Dörfern und Orten abseits der weltbekannten Ziele. In das malerische Dorf Ménerbes, das für seine üppigen Mohnfelder bekannt ist, zog sich schon der Maler Pablo Picasso zurück. Durch die Romane von Peter Mayle wurde Ménerbes zu einem beliebten Touristenziel.

Auch die Küche der Provence ist etwas Besonderes. Sie ist erfrischend bodenständig, nachhaltig, vielfältig und punktet vor allem mit den frischen Zutaten, die direkt in den Gärten wachsen. Tomaten, Zucchini, Auberginen, Pilze, Zwiebeln und Paprika werden in vielen Gerichten verwendet, zusammen mit den weltberühmten Kräutern der Provence. Fehlen dürfen auch auf keinen Fall Olivenöl und Knoblauch. Daraus wird dann unter anderem Ratatouille. Der bäuerliche Eintopf hat mittlerweile Kultstatus und schmeckt immer. Ähnlich wie Tapenade. Der Aufstrich aus Oliven, Kapern, Sardellen und Olivenöl sorgt für ein bisschen Provence auf der Zunge. Bekannt ist auch Aïoli. Die weiße Creme aus Knoblauch, Olivenöl und Salz ist als Dip von keinem Partybuffet wegzudenken.

Auf den Speiseplänen stehen auch Fisch und Meeresfrüchte, die zum Beispiel als Bouillabaisse auf den Tisch kommen. In die weltbekannte Fischsuppe aus Marseille kommen verschiedene Fischsorten aus dem Mittelmeer. Doch auch Lamm, Geflügel und Rind werden gerne gegessen. Letzteres wird oft als Ragout zubereitet, zum Beispiel als Daube Provençale. Für das Gericht wird Rindfleisch in Wein, Gemüse, Oliven und Knoblauch geschmort und als dicke Suppe mit etwas Brot gereicht.

Und was wäre die Provence ohne ihre Weine? Schon die Kelten sollen hier Wein angebaut haben. Die heutige Anbaufläche beträgt 270 Quadratkilometer. Hier entstehen viele hervorragende Rotweine und fast 50% aller französischen Rosé-Qualitätsweine.

Und im Ernst: Können Sie sich etwas Provenzalischeres vorstellen, als ein kühles Glas Rosé, ein paar Scheiben Baguette mit Tapenade, ein Schälchen Oliven und ein Blick auf lila leuchtende Lavendelfelder? Wir auch nicht! Also: Bon Appétit.

Daube Provençale (Provenzalisches Schmorfleisch)Falsches Filet vom Rind mit Wein, Gemüse und Knoblauch im Schmortopf zubereitet – so lecker, dass man es immer wieder essen möchte.