Zu Gast … im Bergischen Land

Grün, industriell geprägt und mit Menschen bevölkert, die voller Gastfreundschaft stecken – das ist das Bergische Land. Eine Region, die immer eine Reise wert ist.

Das Bergische Land hat gar keine Berge! Der Name geht auf das mächtige Grafengeschlecht „von Berg“ zurück, das die vor den Toren Kölns gelegene Region viele Jahrhunderte lang von seinem Stammsitz „Schloss Burg“ aus beherrschte. Groß ist das Bergische Land nicht. Von der nördlichsten Spitze mit Mülheim und Oberhausen bis zu den südlichsten Orten Ruppichteroth und Waldbröl sind es etwa 100 Kilometer. Von Köln im Westen bis zu den Ausläufern des Sauerlands im Osten sind es rund 50 Kilometer. Begrenzt wird die Region aber auch von der Ruhr im Norden, vom Rhein im Westen und der Sieg im Süden.
Und dazwischen: ein Land voller Kon­traste! Neben wilder Natur, wie im Naturpark Bergisches Land, prägen unzählige Bachläufe, grüne Wiesen, Felder und hübsche Dörfer mit den typischen schiefergedeckten Fachwerkhäusern die Landschaft. Aber auch die lange Geschichte als Industriestandort ist hier allgegenwärtig: Alte Stauseen, viele alte Metallschleifereien und Wassermühlen entlang der Bäche und Flüsse sowie kleine Industriestädte. Bestes Beispiel ist eine stählerne Ingenieurskunst – die Wuppertaler Schwebebahn. Wuppertal, Remscheid und Solingen bilden das Städtetrio der „Bergischen Drei“. Sie sind neben dem geschichtsträchtigen Neandertal, den Burgen und dem imposanten Altenberger Dom die touristischen Höhepunkte der Region.
Gekocht wird traditionell einfach und deftig mit dem, was das eher raue Klima der Gegend hergibt. Zutaten vieler Rezepte sind Roggen, Hafer oder Gerste, aber auch Rübengewächse und Kartoffeln. Typisch sind die bergischen Pillekuchen aus gröberen Kartoffelraspeln mit Speck und Zwiebeln. Hierzu wird Rüben- oder Apfelkraut gereicht.
Typisch bergische Fleischgerichte sind Sauerbraten und Panhas, eine Kochwurst, mit Buchweizen und Schweineblut. Beliebt ist die Kottenwurst, eine geräucherte Mettwurst, die man als Kottenbutter isst: in Scheiben auf Schwarzbrot mit Zwiebeln und Senf. Sie diente früher den Schleifern in den Schleifhütten (den sogenannten „Kotten“) als schnelle, rustikale Mahlzeit.
Auch die Bergische Kaffeetafel ist etwas Besonderes: Man erlebt sie am besten in einer der malerischen Gaststätten der Region, z.B. der Gaststätte Rüdenstein an der Wupper. Das auf den ersten Blick bunte süß-deftige Speisen-Sammelsurium wird nicht nur zur Kaffeezeit genossen: Waffeln mit Kirschen, Milchreis, verschiedene Brotsorten, Zwieback, Wurst, Schinken, Käse, Honig, Apfelkraut, Quark, Butter, süße Burger Brezeln, Sandkuchen, Ballebäuschen, Gußzwieback… Den Kaffee zapft man aus der „Dröppelminna“, einer Zinnkannen mit Hahn. Na dann, guten Hunger!

Bergische KaffeetafelDas süß-deftige Speisen-Sammelsurium wird nicht nur zur Kaffeezeit genossen …