Kulinarische Deutschlandreise: Grünkohl mit Pinkel

Im Norden beginnt im November die Grünkohlsaison. Zeit für schmackhafte Eintöpfe, die unsere Seelen wärmen.

Traditionell startet die Grünkohlsaison am Buß- und Bettag. „Erst nach dem ersten Frost“ lautet eine gängige Regel, denn durch Frost werden Bitterstoffe im Kohl neutralisiert. Neuere Züchtungen können allerdings auch ohne Frost bereits ab September geerntet werden.

© S. Toth

Das Grünkohlessen wird in vielen Orten Norddeutschlands zelebriert – häufig mit einer „Kohlfahrt“, an dessen Ende der Besuch eines Gasthofes steht. „Pinkel“ ist die typische Einlage – eine geräucherte Grützwurst, die in anderen Regionen eher unüblich ist.

Pinkel ist eine vor allem rund um Oldenburg, Bremen, Osnabrück und Friesland beliebte grobe Grützwurst. Sie besteht aus durchwachsenem Schweinefleisch sowie Hafer- oder Gerstengrütze. Dazu kommen – je nach Rezept – Rindertalg, Zwiebeln, Salz, Pfeffer und Gewürze. Die Rezeptur unterscheidet sich von Betrieb zu Betrieb, wobei jeder Fleischer sein individuelles Rezept streng geheim hält.

Die Bremer und Braunschweiger bezeichnen den Grünkohl übrigens als „Braunkohl“. Diese „Grünkohlblindheit“ basiert darauf, dass in diesen Ecken Norddeutschlands früher häufig eine bräunlich-violette Langkohlsorte gekocht wurde.

Zum Rezept …

Grünkohl mit Kasseler und PinkelHerbst und Winter ist die Zeit für deftige Gerichte!